Inneninspektion von Sprinklertanks – warum menschliches Tauchen in der Praxis meist nicht zulässig ist

  • VdS CEA 4001, VdS 2091-1 und DGUV Vorschrift 40 im Zusammenspiel
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Christian Engelke

Christian Engelke

Christian ist Gründer von Sprinklertank-Inspektion.de und Inspektionsexperte. Seit 2017 hat er sich auf die Inspektion enge und schwer erreichbare Räume mit Unterwasserdrohnen spezialisiert – von Sonderbauwerken über Prozessanlagen bis zu industriellen Tanks.

Inhaltsverzeichnis In diesem Artikel:

Worum es geht

Sprinklertanks – also Wasserbehälter für automatische Löschanlagen – müssen in regelmäßigen Abständen von innen geprüft werden. Dies ist in den VdS-Richtlinien vorgeschrieben.

Menschliches Tauchen in diesen Tanks ist in der Praxis jedoch meist nicht umsetzbar, da die strengen Anforderungen der DGUV Vorschrift 40 (früher BGV C23) nur schwer oder gar nicht erfüllt werden können. Welche Verfahren in der Praxis genutzt werden – und warum sie normkonform sind – zeigt dieser Überblick.

Rechtliche Grundlage: Taucherarbeiten sind streng geregelt

Die DGUV Vorschrift 40 „Taucherarbeiten“ gilt uneingeschränkt auch für Einsätze in Sprinklertanks.

Wichtige Anforderungen der DGUV Vorschrift 40 sind unter anderem:
  • Eine vollständige Tauchergruppe (mindestens 2 Taucher, Signalmann und Taucherhelfer)
  • Bei bestimmten Tauchtiefen oder Austauchzeiten eine betriebsbereite Taucher-Druckkammer vor Ort
  • Strenge Vorgaben an Ausrüstung, Luftversorgung, Notfallplanung und Dokumentation
  • Besondere Regelungen für Arbeiten in engen oder schlecht belüfteten Räumen

Ein typischer Sprinklertank erfüllt diese Voraussetzungen in der Regel nicht:
  • Enge Mannlöcher (häufig nur 600–800 mm Durchmesser)
  • Fehlende Druckkammer in unmittelbarer Nähe
  • Fehlende Infrastruktur für eine vollständige Tauchergruppe

Technische und sicherheitstechnische Herausforderungen im Sprinklertank

Sprinklertanks stellen besondere Bedingungen dar, die ein Tauchen erschweren können:
  • Mögliche Bildung von Sauerstoffmangel oder toxischen Gasen wie Schwefelwasserstoff (H₂S) – häufig ein Stoffwechselprodukt sulfatreduzierender Bakterien (SRB) bei mikrobiologisch beeinflusster Korrosion (MIC) in stehendem Wasser
  • Eingeschränkte Sicht durch Ablagerungen und Korrosion
  • Enge räumliche Verhältnisse mit erhöhtem Risiko des Verfangens oder der Orientierungslosigkeit
  • Eingeschränkte Möglichkeit einer geregelten Dekompression und sicheren Austauchens

Was die VdS-Richtlinien sagen

Die VdS CEA 4001 und die VdS 2091-1 fordern eine sachkundige Innenprüfung der Behälter – unter anderem im Rahmen der 5- und 15-Jahres-Inspektionen. Sie schreiben jedoch nicht vor, dass diese Prüfung durch menschliches Tauchen erfolgen muss.

Im Gegenteil: Die VdS 2091-1 erlaubt ausdrücklich den Einsatz von Tauchrobotern oder anderen ferngesteuerten Systemen für die Inneninspektion. Moderne Inspektionsverfahren mit Unterwasserdrohnen oder Robotern sind daher vollständig richtlinienkonform.

Fazit und Empfehlung

Menschliches Tauchen in Sprinklertanks ist aufgrund der hohen Anforderungen der DGUV Vorschrift 40 und der besonderen Bedingungen in diesen Behältern in den meisten Fällen nicht praktikabel.

Für Betreiber und Errichter empfiehlt es sich, bei der Inneninspektion von Sprinklertanks auf bewährte alternative Verfahren wie ferngesteuerte Unterwasserdrohnen oder Inspektionsroboter zurückzugreifen. Diese Methoden sind sicherer, wirtschaftlicher und erfüllen die Anforderungen der VdS-Richtlinien vollständig. Optional ergänzen wir die Drohneninspektion um einen BART-Test zur MIC-Diagnose – die Wasserprobe lässt sich während der Inspektion ohne Personeneintritt aus dem Mannloch entnehmen, was bei Tauchereinsätzen ohnehin nicht praktikabel wäre.

Häufig gestellte Fragen

Ist Tauchen in einem Sprinklertank grundsätzlich verboten?

Nein, es ist nicht grundsätzlich verboten. Es ist jedoch nur dann zulässig, wenn alle Vorgaben der DGUV Vorschrift 40 vollständig eingehalten werden können. Bei den typischen Abmessungen und Rahmenbedingungen eines Sprinklertanks ist dies in der Praxis meist nicht der Fall.

Welche Alternativen zum Tauchen gibt es?

Bewährte Alternativen sind der Einsatz von Unterwasserdrohnen, Inspektionsrobotern und hochauflösenden Kamerasystemen. Diese ermöglichen eine detaillierte Dokumentation ohne Personeneintritt ins Wasser.

Schreiben die VdS-Richtlinien menschliches Tauchen vor?

Nein. Die VdS CEA 4001 und VdS 2091-1 verlangen eine sachkundige Innenprüfung, machen jedoch keine Vorgabe zur Methode. Der Einsatz von Robotern ist ausdrücklich möglich und in der Praxis üblich.

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